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Eingeschränkter Unfallschutz für alle Home Office Arbeitnehmer

Wer kennt den Spruch: „Die meisten Unfälle passieren im Haushalt“ nicht?
Wie ist aber so ein Unfall aus rechtlicher Sicht zu bewerten, wenn daheim ein sog. Home Office besteht.

Konkret ging es darum, dass aufgrund einer Dienstvereinbarung mit ihrem Arbeitgeber einer Arbeitnehmerin gestattet war, in einem gesonderten Raum im Dachgeschoss ihrer Wohnung an einem Telearbeitsplatz ihre Arbeitsleistung zu erbringen. Sie verließ den Arbeitsraum, um sich in der Küche, die einen Stock tiefer lag, Wasser zu holen. Dabei rutschte sie auf der in das Erdgeschoss führenden Treppe aus und verletzte sich.
Die Arbeitnehmerin wollte von ihrer Unfallkasse den Sturz als Arbeitsunfall anerkennen lassen.

Ihre Unfallkasse lehnte dies ab und das Bundessozialgericht Kassel (Az. B 2 U 5/15R) hat in diesem Fall klar entschieden, es macht einen Unterschied zwischen Home Office und Arbeit im Büro.

Aus Sicht des Gerichts gehört das Home Office mittlerweile einfach zum alltäglichen Arbeitsleben mit dazu. Insgesamt 21 % aller Beschäftigten können ihrer Arbeit von Zuhause aus nachgehen. Dies hat allerdings einen entscheidenden Nachteil. Der Arbeitnehmer genießt, im Gegensatz zur Arbeit im Firmengebäude, keinen umfassenden Unfallschutz. In einem Betrieb sei der Aufenthalt in der Kantine oder auf der Toilette nicht versichert, der Weg dorthin allerdings schon. Ein Home-Office stellt, nach Auffassung des Gerichts, aber keinen Arbeitsplatz dar. Als die Klägerin auf dem Weg zum Wasserholen auf der Treppe ausrutsche, geschah dies im eigenen Interesse und stellt somit, laut Bundessozialgericht, weder eine Ausübung einer versicherten Tätigkeit dar, noch habe die Klägerin sich auf einem Betriebswege befunden und wäre somit nicht durch eine Wegeunfallversicherung geschützt gewesen.